Fashion Week Berlin: Sonnenbrillen für Damen, das Resümee

  • 06. Jul. 2009    
  • Judith Schwarzer  
  • Aktuelles

Die Sommeredition 2009 der Fashion Week Berlin ist vorbei. Auf zahlreichen Messen und anderen Veranstaltungen, allen voran die Bread & Butter im Flughafen Tempelhof, haben wir nicht nur die Kollektionen für das kommende Frühjahr der wichtigsten deutschen Designer sehen können, sondern auch folgendes gelernt: die Modebranche scheint krisenimmun zu sein.

Die Aussteller freuten sich über kauffreudige Kunden, die Organisatoren korrigierten die Zahl der erwarteten Besucher fast täglich nach oben. Am Ende zählten die Veranstalter laut DPA mehr als 22.000 Aussteller, Journalisten und Einkäufer. Das ist Besucherrekord und eine Steigerung von über 20 Prozent gegenüber der Fashion Week vor einem halben Jahr. Insgesamt wurden Schätzungen zufolge mehr als 100.000 Modeinteressierte durch die Fashion Week nach Berlin gelockt.

Mini Fashion Week im Mister Spex Blog

Vom 30. Juni bis zum 4. Juli habe ich jeden Tag eine Damensonnenbrille präsentiert. Eine kleine Fashion Week für das wichtigste Accessoire des Sommers. Es gab folgende Modelle: RAY-BAN RB 4068, PRADA PR 58IS, BURBERRY 4040B, MICHALSKY Allrounder und JETTE JOOP 8733 C 3.

Die vorgestellten Sonnenbrillen sind so verschieden, dass es unmöglich scheint, einen Trend heraus zu kristallisieren. RAY-BAN und BURBERRY sind klassisch gestaltete Brillen mit markanten Rahmen, angelehnt an die Modelle 60er und 70 Jahre. PRADA und JETTE JOOP kommunizieren Luxus durch markante Rundungen, hochwertige Materialien und glitzernde Applikationen. MICHALSKY bekennt Farbe und präsentiert das sportliche Allroundmodell. Wo sind die Gemeinsamkeiten?

Farben

Ich habe zwei wichtige Richtungen gefunden. Erstens: Farbe. Am auffälligsten ist die MICHALSKY-Kollektion, die sich auf scheinbar skurrile Farbexperimente einlässt. Hellblau, Pink und Gelb lässt uns auf den ersten Blick wundern. In unserer Fotoaktion am vergangenen Freitag konnte sich jeder eine MICHALSKY aufsetzen. Und wir waren überrascht, wie sich die Farbtöne in viele Outfits elegant eingliedern. Woran liegt das? MICHALSKY hat die vier Grundfarben der CMYK-Palette, Cyan, Magenta, Yellow und Black gewählt und durch ein weißes Modell ergänzt. Aus diesen Farben mischt zum Beispiel ein Farb-Laserdrucker jede beliebige Farbe. Die Farben sind dem Menschen vertraut und passen zu vielen anderen Tönen.

Eine weitere Farbe hat den Klamotten- und Brillenmarkt erobert: Lila in verschiedenen Schattierungen. JETTE JOOP bietet Ihre 8733 C 3 in Lila an, BURBERRY gibt es in Lilatönen und RAY-BAN 4068 ist auch in Lila zu haben. Die Farbe Lila hat sich vom Oma-Image gelöst und bestimmt heute und in der nächsten Saison die Damen- und Herrenmode.

Retro Look

Schon vor Beginn der Fashion Week sagte Kai Wermer von berlinfashion.tv voraus, dass der Vintage Look im Kommen sei. Das ist neben der neuen Bekenntnis zur Farbe ein unübersehbarer Trend. Nicht nur, dass die gute alte RAY-BAN Wayfarer einen nicht enden wollenden Höhenflug zelebriert, auch neue Modelle orientieren sich an traditionellen Formen und Stilelementen. Auffällig wird das bei BURBERRYs 4040B und der RAY-BAN RB 4068. Auch der Allrounder von MICHALSKY erinnert aufgrund seiner fließenden Linienführung an das Design der 50er Jahre.

In der kommenden Saison können wir uns auf noch mehr Farbe und Sonnenbrillen im modernen Vintage Look freuen. Es gibt noch einen Trend, der weniger offensichtlich, aber bei genauerer Betrachtung unübersehbar ist: Ein Bekenntnis zur Marke. RAY-BAN setzt seine Hundemarke direkt auf das Brillenglas, PRADA inszeniert sein Logo übergroß in Silber eingerahmt, der MICHALSKY-Schriftzug nimmt den gesamten Bügel ein. Wer viel Geld für seine Accessoires ausgibt möchte das auch zeigen. Wohl um sich eindeutig von den Billigbrillen von Schlecker und co zu distanzieren, die nicht nur von minderer Qualität sind, sondern dem Auge schaden können.

Mister Spex begrüßt das.

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